Hof Lütjen

Der Demeter-Betrieb „Hof Lütjen“ im Teufelsmoor bei Bremen ist vielen ein Begriff, und das nicht nur wegen des Hofladens, in dem die Produkte des Hofes direkt vermarktet werden. Bereits in den 1970er Jahren hat der Hof auf biologische Landwirtschaft umgestellt, lange vor dem heutigen Trend. Der Hof Lütjen bewirtschaftet etwa 130 ha eigene Flächen und zusätzlich Pachtflächen im Rahmen der biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Neben der Rinder- und Geflügelproduktion wird auch Ackerbau auf ertragsarmen Böden betrieben.

 

 

Eckdaten Bewertungsgegenstand:

Landwirtschaftsfläche: rd. 20 ha Ackerland, rd. 87 ha Grünland, Moor, Waldfläche etc. 2 Hofstellen mit Wohnhäusern, Wirtschaftsgebäuden, Ställen, Hofladen
Viehbestand: ca. 70 Stück Milchvieh, 210 Rinder, 2.000 Hühner
Eigentumsverhältnisse: Privat und Hofgemeinschaft Verlüßmoor e.V.
Rechtliche Gegebenheiten: Nießbrauch, Altenteil, Wohnungsrechte, div. Dienstbarkeiten
Projektierter Neubau eines Wohnhauses

Besonderheiten:

Die Bewertung eines landwirtschaftlichen Betriebes erfordert neben der fachmännischen Bodenwertermittlung auch eine Analyse der betriebsspezifischen Stärken und Schwächen. So wie der erfolgreiche Landwirt ein Multitalent ist, nämlich Betriebswirt, Unternehmer, Veterinär und Biologe in einer Person, so sollte auch der Sachverständige in all diesen Bereichen bewandert sein. Im Fokus der Aufmerksamkeit steht immer der Wert des Grund und Bodens. Hier ist mit besonderer Sorgfalt zu agieren, neben den Bodenpunkten sind Zuschnitt, Arrondierungsmaß, Erreichbarkeit, Terrain und Nutzungseignung zu beurteilen. Die sachgemäße Evaluierung des Bodens ist der Schlüssel zum richtigen Marktwert.

Zu den besonderen bewertungsrelevanten Problemstellungen zählen:

  • die Ermittlung der Bodenqualitäten (Bodenpunkte, Zuschnitt, Erreichbarkeit etc.)
  • Berücksichtigung eventuelle Bodenschäden (Verdichtung, Auslaugung, Erosion)
  • Beurteilung der Betriebseignung für die gegebenen Produktionszweige
  • die Überprüfung der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben (Tierhaltungsverordnung)
  • die Analyse der betrieblichen Stärken und Schwächen
  • die Bewertung nutzungsspezifischer Kostengruppen (Mod.-Risiko, Instandhaltung)

Die Herausforderungen der Bewertungsaufgabe liegen hier in der Bodenwertermittlung und in der Prüfung der betrieblichen Eckdaten. Da es praktisch keine Vergleichsdaten für Betriebsverkäufe gibt, ist ein sicheres Gespür für die Marktgegebenheiten in einem ständig wechselnden Markt unerlässlich. Die allgemein steigenden Bodenpreise erschweren die richtige Einschätzung zusätzlich. Eine echte Spezialaufgabe, bei der auch langjährige Bewertungserfahrung allein nicht immer weiterhilft.