Ökodorf Brodowin

Der Demeter-Betrieb „Ökodorf Brodowin“ inmitten des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin nördlich von Berlin ist einer der Vorzeigehöfe der ökologischen Landwirtschaft und in der Region zu einem Aushängeschild für hochwertige Lebensmittel in Demeter-Qualität geworden. Er zählt zu den vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ausgewählten Demonstrationsbetrieben für Ökologischen Landbau. Seit 1991 wird hier vor allem Getreide in Fruchtfolge angebaut und naturbelassene Milch produziert. 600 schwarz-bunte Milchrinder, darunter 250 ausgewachsene Milchkühe fühlen sich in den großzügigen Laufställen und Liegeboxen sichtlich wohl. Zu den selbst vertriebenen Produkten zählen Quark, Käse, Butter, Ziegenkäse, Geflügel, Wurstwaren und Gemüse.

Eckdaten Bewertungsgegenstand:

Betriebsgesellschaft: Ökodorf Brodowin Landwirtschafts GmbH & Co. KG
Landwirtschaftsfläche: rd. 130 ha Ackerland, rd. 70 ha Grünland, Ödland, Bruch etc. Hofstelle mit Stall- und Wirtschaftsgebäuden (zusätzlich Hofladen und Schaumolkerei)
Viehbestand: ca. 250 Stück Milchvieh, 150 Stück Jungvieh
Projekt: Neubau Mehrzweckhalle und Strohlagerhalle

Besonderheiten:

Die marktgerechte Bewertung eines großen landwirtschaftlichen Betriebes setzt voraus, dass der beurteilende Sachverständige mit den Produktmärkten vertraut ist und die Denk- und Handlungsweise sowohl auf Verkäufer- wie auf Erwerberseite nachvollziehen kann. Im Mittelpunkt steht naturgemäß die Bodenwertermittlung, bei der neben der Bodengüte und dem Arrondierungsmaß auch der Flächenzuschnitt und die Eignung für die Bearbeitung mit landwirtschaftlichen Maschinen zu berücksichtigen sind. Mit dem Bodenwert steht und fällt immer auch der Wert des Betriebs. Deshalb gilt es, der Schätzung des Grund und Bodens besondere Aufmerksamkeit und Gründlichkeit zu widmen.

Zu den besonderen bewertungsrelevanten Problemstellungen zählen:

  • die Feststellung der Bodenqualitäten (Bodenpunkte)
  • die Beurteilung der Nutzungsfähigkeit (Arrondierung, Zuschnitt, Erreichbarkeit)
  • die Evaluierung von Bodenschäden (Auslaugung, Erosion, Versauerung etc.)
  • die Eignungsprüfung der spezifischen Produktionsabläufe
  • die Ermittlung zukünftiger kostenrelevanter Faktoren (Investitionsrisiko)
  • die Bewertung der immobilienbezogenen Marktlage.

Als Fazit ist festzuhalten: Landwirtschaftliche Betriebe sind höchst individuelle Immobilien und lassen sich nicht mit Standardverfahren bewerten. Fehlende Marktdaten in Bezug auf getätigte Betriebsverkäufe erschweren die Einschätzung der Marktlage und lassen in der Regel keine wirklich sichere und belegbare Marktwertableitung zu. Nur die professionelle Analyse und die intensive Beschäftigung mit allen Aspekten können eine fehlerfreie Einschätzung gewährleisten.